| Veranstaltung: | Landesmitgliederversammlung 2026 in Marburg |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 11.1 Anträge |
| Antragsteller*in: | Elias Benninger (LV Grüne Jugend Hessen) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 20.10.2026, 12:52 |
A8: Hessen als Modellregion für gerechte Mobilität auf dem Land
Antragstext
----- Eine Version in EINFACHER SPRACHE findet ihr jeweils unter dem Text -----
Die Grüne Jugend Hessen fordert die hessische Landesregierung sowie die
Mutterpartei Bündnis 90/Die Grünen auf, Hessen zur Modellregion für tragfähigen
und breit genutzten öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in ländlichen Räumen
aufzubauen.
Als solidarischer Jugendverband liegen uns auch das ländliche Hessen und unsere
dort lebenden Mitmenschen sehr am Herzen. Für viele junge Menschen beginnen
Teilhabe und Chancengleichheit bei der Möglichkeit, sich selbständig und von
Führerschein und Besitz unabhängig fortzubewegen. Ein verlässlicher,
barrierearmer und attraktiver ÖPNV ist dabei die Grundvoraussetzung für eine
Angleichung der Lebensverhältnisse und einen Erfolg der Verkehrswende.
Es existieren bereits Pioniermodelle im ländlichen Nordhessen, die mit dem
Grundsatz „Jedes Dorf, jede Stunde” neue Maßstäbe gesetzt haben. Auch wenn
dieses Modell in Nordhessen breit umgesetzt wurde, bleibt die praktische
Nutzbarkeit an vielen Stellen hinter dem Versprechen des Slogans her. Bisher
verfängt der Eindruck: Dieses wegweisende Programm muss sich den sehr engen
finanziellen Manschetten beugen und verliert so massiv an Attraktivität.
Wir möchten an die hessische Landespolitik darum appellieren: Lasst uns die
vorhandenen Potenziale im ländlichen Nahverkehr nutzen und ausbauen, um zu
beweisen, dass gleichwertige Mobilitätschancen keine Frage des Wohnortes bleiben
müssen.
Nordhessen als Vorreiterregion
Die Pionierarbeit von „Jedes Dorf, jede Stunde” des Nordhessischen
Verkehrsverbunds (NVV) ist ein über Staatsgrenzen hinweg viel beachteter Ansatz,
um ländliche Räume mit stündlichen Busanbindungen an Mittelzentren anzubinden.
Dieses Engagement als Fundament verdient unsere ausdrückliche Anerkennung.
Angesichts der finanziellen und verkehrlichen Belange, welchen dieses Programm
Rechnung zu tragen hat, ergibt sich ein Angebot, das zwar (an vielen Orten)
jedes Dorf jede Stunde anbindet, allerdings in einer Art und Weise, die an der
Praktikabilität des Konzepts zweifeln lässt. Um dem Schulverkehr gerecht zu
werden, existieren auf derselben Linie teils mehrere Linienführungen und
verschiedene Abfahrtszeiten, -orte und Fahrzeiten.
Darunter leiden vor allem die Niedrigschwelligkeit und die
Verknüpfungsfähigkeit, da so vor Fahrtantritt ein Studium der Verbindungen nötig
und merkfähige Korrespondenzverbindungen im gesamten Tagesverlauf unmöglich
werden. Insbesondere vielen Pendler*innen, denen viel an flexiblen und einfach
merkbaren Verbindungen zur und von der Arbeitsstätte zurück gelegen ist,
verschließt sich so das Angebot systematisch. Dass Buslinien außerdem oft lange
Schleifen fahren und teilweise wichtige Umsteigepunkte nicht anbinden, senkt die
Attraktivität zusätzlich.
Viele Umsteigeverbindungen sind dadurch ebenfalls sehr unattraktiv ausgestaltet
und kaum realistisch in den Pendelweg integrierbar.
Zudem wird außer Acht gelassen, dass Haushalte im ländlichen Raum zumeist
bereits über einen Pkw verfügen und durch die hohen Einstiegshürden in den ÖPNV
vom Umstieg abgehalten werden. Einzelfahrten sind unverhältnismäßig teuer und
Abonnements erst für etabliertes Mobilitätsverhalten attraktiv.
Wir sagen: Das geht besser! Mit einem vergleichsweise geringen finanziellen
Mehrbedarf ließe sich ein massiver Attraktivitätszuwachs realisieren, indem
Verbindungen endlich konsequent merkfähig umgesetzt, an Knotenpunkte angebunden,
mit guten Werbeangeboten ausgestattet und barrierearm und niedrigschwellig
gestaltet werden.
Als Modellregion eignet sich Nordhessen zudem, da hier im Gegensatz zu anderen
Landesteilen der Bedarfs- und Busverkehr nicht auf kommunaler, sondern
vorwiegend auf regionaler Ebene koordiniert wird.
Forderungen
Wir fordern daher die hessische Landesregierung auf:
Die Landesregierung soll, ausgehend vom aktuellen Angebot im
nordhessischen Nahverkehr, Modellberechnungen entwickeln lassen, welche
eine quantitative Analyse der Nutzen und Kosten einer konsequenten
Angebotsverbesserung des ländlichen Nahverkehrs zulassen.
Die Finanzierung einer solchen Umsetzung muss unter Betrachtung des sich
ergebenden Nutzen-Kosten-Verhältnisses über mehrere Jahre hinweg
sichergestellt werden, um den Menschen und Aufgabenträger*innen vor Ort
Planungssicherheit zu garantieren.
Sofern eine Umsetzung der Modellregion für guten Nahverkehr auf dem Land
realisiert würde, müssen Anreizsysteme und Lockangebote geschaffen und
finanziert werden, um das Angebot einer breiten Bevölkerungsmehrheit
zugänglich zu machen.
Die Erhebung von Bedarfen im ÖPNV muss konsequent verbessert werden. Dazu
sollten Verkehrsverbünde die nötigen Mittel erhalten, um niedrigschwellig
und breit aufgestellt Kund*innenrückmeldungen zu erhalten.
Im Schulverkehr muss den Aufgabenträger*innen in den Landkreisen die
Etablierung eines regionalen Koordinierungsrates zur Abstimmung von
Nahverkehr und Schulzeiten ermöglicht und nahegelegt werden, um bestehende
Defizite in der Abstimmung zwischen Schulen und Verkehr abzubauen.
Das Schülerticket Hessen muss Auszubildenden sowie
Oberstufenschüler*innen, perspektivisch allen Menschen bis zur Vollendung
des 27. Lebensjahres, kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Das Schülerticket Hessen muss endlich zum Deutschlandticket aufgewertet
werden, um eine Gleichwertigkeit des Tickets auch in den Gebieten nahe der
Landesgrenze herzustellen.
Einen barrierefreien und niedrigschwelligen Ausbau des ÖPNV in Hessen
konsequent voranzutreiben.
Wir fordern die Mutterpartei Bündnis 90/Die Grünen auf:
Sichtbarkeit ländlicher, marginalisierter und/oder jungen Perspektiven auf
den ÖPNV im gesamten Landesgebiet zu stärken und diese zusammenzubringen,
um eine gemeinsame Arbeit am Thema Mobilität zu erleichtern.
Wir geben dem Landesverband der GRÜNEN JUGEND Hessen das Mandat:
Kooperationen mit potentiellen Bündnispartner*innen zum Thema Mobilität
auszubauen.
Koordinierungveranstaltungen zum Thema Mobilität abzuhalten.
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Antragstext in EINFACHER SPRACHE
Die GRÜNE JUGEND Hessen fordert die hessische Landes-Regierung und die Partei
Bündnis 90/Die Grünen auf:
Hessen soll eine Modell-Region für guten und bezahlbaren öffentlichen Nah-
Verkehr auf dem Land werden.
Öffentlicher Nah-Verkehr bedeutet zum Beispiel Busse und Bahnen. Die Abkürzung
dafür ist ÖPNV.
Wir als Jugend-Verband setzen uns für ein gutes Leben für alle Menschen ein.
Dazu gehört auch das Leben auf dem Land.
Alle Menschen sollen selbstständig unterwegs sein können. Sie sollen dafür
keinen Führerschein und kein eigenes Auto brauchen. Das ist besonders für junge
Menschen wichtig.
Dafür brauchen wir Busse und Bahnen, die:
zuverlässig fahren
bezahlbar sind
leicht zu benutzen sind
für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind
auch in der Freizeit und am Abend fahren
So können alle Menschen besser am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Auch
Menschen auf dem Land sollen die gleichen Chancen haben wie Menschen in der
Stadt.
In Nordhessen gibt es bereits ein wichtiges Vorbild. Das Angebot heißt „Jedes
Dorf, jede Stunde“. Es soll dafür sorgen, dass jedes Dorf jede Stunde mit dem
Bus erreichbar ist.
Das ist ein guter Anfang. Aber in der Praxis funktioniert das Angebot oft noch
nicht gut genug. Ein Grund dafür ist das knappe Geld. Deshalb sind viele
Verbindungen unpraktisch oder unattraktiv.
Wir sagen: Das geht besser!
Wir wollen die bestehenden Angebote verbessern. Mit gezielten Veränderungen kann
der Nah-Verkehr deutlich attraktiver werden. Dafür muss nicht überall viel Geld
ausgegeben werden.
Unser Ziel ist klar: Alle Menschen sollen gute Möglichkeiten haben, von einem
Ort zum anderen zu kommen. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob sie in der
Stadt oder auf dem Land wohnen.
Nordhessen als Vorbild
Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) hat mit dem Angebot „Jedes Dorf, jede
Stunde“ wichtige Arbeit geleistet.
Das Ziel ist, Dörfer regelmäßig mit größeren Orten zu verbinden. Dort können
Menschen zum Beispiel einkaufen, arbeiten oder in einen Zug umsteigen.
Wir erkennen diese Arbeit ausdrücklich an. Das Angebot ist ein wichtiger Schritt
zu mehr Mobilität auf dem Land.
Allerdings gibt es noch Probleme.
Busfahrpläne sind oft schwer zu verstehen
Auf einer Buslinie gibt es manchmal verschiedene Fahrwege und Abfahrtszeiten.
Das liegt unter anderem daran, dass die Busse an die Schulzeiten angepasst
werden.
Dadurch ist es schwer, sich die Fahrzeiten zu merken. Fahrgäste müssen oft vor
jeder Fahrt den Fahrplan prüfen.
Auch die Anschlüsse an andere Busse und Bahnen sind dadurch schwerer zu planen.
Besonders für Menschen, die regelmäßig zur Arbeit fahren, ist das ein Problem.
Sie brauchen Verbindungen, auf die sie sich verlassen können.
Viele Busfahrten dauern zu lange
Manche Busse fahren lange Umwege durch mehrere Dörfer. Dadurch dauert die Fahrt
oft länger als nötig.
Außerdem fahren Busse nicht immer direkt zu wichtigen Umsteige-Punkten. Das sind
zum Beispiel Bahnhöfe, an denen Menschen in andere Verkehrsmittel wechseln
können.
Manchmal sind die Anschlüsse schlecht abgestimmt. Dann verpassen Fahrgäste ihren
Zug oder müssen lange warten.
So wird der Bus gegenüber dem Auto unattraktiv.
Bus und Bahn sind nicht für alle bezahlbar
Viele Haushalte auf dem Land besitzen bereits ein Auto.
Wenn Busse unzuverlässig sind und einzelne Fahrten viel kosten, steigen viele
Menschen nicht auf Bus und Bahn um.
Monatskarten oder andere Abos lohnen sich oft erst dann, wenn Menschen
regelmäßig mit Bus und Bahn fahren.
Deshalb brauchen wir günstige Angebote. Menschen sollen Bus und Bahn auch erst
einmal ausprobieren können.
So können wir den Nah-Verkehr verbessern
Wir wollen:
einfache und gut merkbare Fahrzeiten
regelmäßige Busverbindungen
kurze und sinnvolle Fahrwege
gute Anschlüsse an Züge und andere Busse
günstige Tickets und besondere Angebote zum Ausprobieren
barrierearme und leicht verständliche Angebote
Nordhessen eignet sich besonders gut als Modell-Region. Dort wird der Nah-
Verkehr häufig auf regionaler Ebene geplant. Das bedeutet: Mehrere Orte und
Gemeinden können ihre Angebote gemeinsam abstimmen.
So können wir testen, welche Verbesserungen besonders gut funktionieren.
Unsere Forderungen an die hessische Landes-
Regierung
Bessere Planung und klare Berechnungen
Die Landes-Regierung soll untersuchen lassen, wie der Nah-Verkehr auf dem Land
verbessert werden kann.
Dabei soll sie prüfen:
Welche Verbesserungen sind möglich?
Wie viel kosten die Verbesserungen?
Wie viele Menschen profitieren davon?
Welchen Nutzen haben die Verbesserungen für die Gesellschaft?
So kann entschieden werden, welche Maßnahmen besonders sinnvoll sind.
Langfristige Finanzierung sichern
Gute Busverbindungen brauchen eine verlässliche Finanzierung.
Die Finanzierung soll deshalb für mehrere Jahre gesichert sein. So können
Verkehrsverbünde, Landkreise und Gemeinden besser planen.
Auch die Menschen vor Ort sollen wissen, dass gute Verbindungen langfristig
bestehen bleiben.
Günstige Angebote zum Ausprobieren schaffen
Wenn Busse und Bahnen besser werden, sollen möglichst viele Menschen sie nutzen
können.
Dafür soll es günstige Angebote geben. Menschen sollen Bus und Bahn einfach
ausprobieren können, ohne viel Geld ausgeben zu müssen.
Die Landes-Regierung soll diese Angebote ermöglichen und bezahlen.
Menschen nach ihren Bedürfnissen fragen
Der Nah-Verkehr soll besser zu den Bedürfnissen der Menschen passen.
Dafür sollen Verkehrsverbünde mehr Möglichkeiten bekommen, Rückmeldungen zu
sammeln.
Alle Menschen sollen ihre Erfahrungen und Wünsche einfach mitteilen können. Das
soll zum Beispiel über leicht verständliche Umfragen möglich sein.
Die Rückmeldungen sollen bei der Planung berücksichtigt werden.
Busfahrpläne besser an Schulzeiten anpassen
Busse müssen gut zu den Schulzeiten passen. Gleichzeitig sollen sie auch für
andere Menschen gut nutzbar sein.
Deshalb sollen Landkreise einen gemeinsamen Planungs-Rat einrichten können.
In diesem Rat sollen zum Beispiel Schulen und Verantwortliche für den Nah-
Verkehr zusammenarbeiten.
So können Schulzeiten und Busfahrpläne besser aufeinander abgestimmt werden.
Kostenloses Schülerticket für junge Menschen
Das Schülerticket Hessen soll kostenlos werden für:
Auszubildende
Schülerinnen und Schüler der Oberstufe
Langfristig soll das Ticket für alle Menschen bis zu ihrem 27. Geburtstag
kostenlos sein.
So können junge Menschen selbstständig unterwegs sein. Sie sollen nicht darauf
angewiesen sein, dass ihre Eltern sie mit dem Auto fahren.
Das Schülerticket Hessen zum Deutschlandticket machen
Das Schülerticket Hessen soll zum Deutschlandticket aufgewertet werden.
Dann können junge Menschen das Ticket auch für Fahrten außerhalb Hessens nutzen,
soweit das Deutschlandticket dort gilt.
Das ist besonders für Menschen wichtig, die nahe einer Landesgrenze wohnen.
Barrieren abbauen
Busse und Bahnen sollen für alle Menschen zugänglich sein.
Die Landes-Regierung soll deshalb den barrierefreien Ausbau des Nah-Verkehrs
vorantreiben.
Auch die Nutzung soll einfacher werden. Dazu gehören verständliche
Informationen, übersichtliche Fahrpläne und leicht erreichbare Haltestellen.
Unsere Forderungen an Bündnis 90/Die Grünen
Die Partei Bündnis 90/Die Grünen soll dafür sorgen, dass Menschen aus ländlichen
Regionen stärker gehört werden.
Dabei sollen besonders die Perspektiven von jungen Menschen und Menschen
berücksichtigt werden, die bisher wenig Einfluss auf politische Entscheidungen
haben.
Menschen aus verschiedenen Regionen Hessens sollen zusammenarbeiten können.
So können sie gemeinsam Lösungen für einen besseren Nah-Verkehr entwickeln.
Unser Auftrag an den Landes-Verband der GRÜNEN
JUGEND Hessen
Der Landes-Verband der GRÜNEN JUGEND Hessen soll:
die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Organisationen zum Thema
Mobilität ausbauen
Veranstaltungen organisieren, bei denen Menschen über Mobilität sprechen
und gemeinsam Lösungen entwickeln
So wollen wir das Thema Mobilität stärker in die politische Arbeit einbringen.
Begründung
Hessen hat durch seine geografische und strukturelle Vielfalt eine besondere Verantwortung. Ländliche Räume dürfen nicht als Abhängegebiete abgestempelt oder vernachlässigt werden. Das Leben auf dem Land bietet hohe Lebensqualität, doch ohne funktionierende Mobilität entsteht soziale und praktische Abhängigkeit.
Besonders junge Menschen verliert der ländliche Raum, wenn nach der Pflichtschulzeit regionale Vergünstigungen auslaufen, Busse außerhalb der Schulzeiten unregelmäßig fahren und der Führerschein mit 18 als einziger Ausweg erscheint. Wir wollen, dass Jugendliche und junge Erwachsene unabhängig vom Elterntaxi am gesellschaftlichen Leben, an Kultur, Sport und Ehrenamt teilhaben können. Ein starker ländlicher ÖPNV ist somit zutiefst eine Frage der Generationengerechtigkeit und der sozialen Teilhabe.
Wo die Praxis aktuell scheitert
Obwohl theoretisch dichte Taktversprechen existieren, offenbart die tägliche Fahrpraxis erhebliche Schwachstellen, die Potenzial und Investitionen ungenutzt lassen:
Unregelmäßige Taktung: Fahrpläne orientieren sich oft an starren Schulzeiten. Dadurch schwanken Abfahrtszeiten im Tagesverlauf extrem. Vormittags und am späten Nachmittag entstehen mancherorts auch Versorgungslücken, die den Busverkehr für Berufspendler*innen und Freizeitnutzer*innen unattraktiv machen.
Unattraktive Ring- und Schleifenlinien: Viele Busse fahren kilometerlange Schleifen durch Dörfer, um möglichst viele Haltestellen mit einer Fahrt abzudecken. Zudem wird oft nur eine Fahrtrichtung bedient, wobei sich die Umlaufrichtung im Tagesverlauf oft umkehrt. Während die Hinfahrt akzeptabel sein mag, vervielfacht sich die Reisezeit auf der Rückfahrt, was den ÖPNV gegenüber dem Pkw unattraktiv macht.
Fehlende Durchbindung & Anschlussbrüche: Buslinien enden häufig an zentralen Orten in den Innenstädten statt direkt an den Bahnhöfen. Fahrgäste müssen zusätzliche Fußwege oder Umstiege in Kauf nehmen. Zudem fehlen oft wenige Minuten zur Erreichung der Anschlusszüge, wodurch Reiseketten vollständig abreißen.
Hürden bei bedarfsorientierten Verkehren: Anrufsammeltaxis und Rufbusse sollen Schwachlastzeiten abdecken, leiden jedoch unter mangelnder Echtzeit-Information und starren Regeln. Bei Zugverspätungen warten Fahrzeuge oft nicht am Bahnhof, sodass Fahrgäste stranden. Teilweise fahren die On-Demand-Verkehre planmäßig weniger Minuten vor Ankunft der Züge am Bahnhof ab.
Der Push-Pull-Effekt bei Jugendlichen: Wenn Jugendliche nach der Schulzeit oder in Oberstufe und Ausbildung den ÖPNV als unzuverlässig und teuer erleben und zeitgleich den Führerschein erwerben, wird ihnen die ÖPNV-Nutzung systematisch abtrainiert. Einmal im eigenen Auto verankert, kehren sie kaum als Pendler*innen zurück.
Hürden an Verbund- und Landesgrenzen: An den Rändern Hessens führen unterschiedliche Tarifsysteme und administrative Grenzen zu unübersichtlichen Ticketstrukturen für Gelegenheitsfahrten, die spontane Fahrten ins Nachbarbundesland oder benachbarte Verbünde massiv erschweren.
Ein Gewinn für Land und Klima
Die Verkehrswende gelingt nur, wenn sie auch im ländlichen Raum greift. Indem Hessen eine fundierte Modellregion etabliert, beweisen wir, dass ländlicher Nahverkehr tragfähig, verlässlich und attraktiv gestaltet werden kann. Die meisten vorgeschlagenen Optimierungen erfordern keine unbezahlbaren Großinvestitionen, sondern genaue Bedarfsanalysen und gezielte Lückenschlüsse.
Damit möchten wir ein Leuchtturm für ländliche Räume bundesweit werden.
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Antragstext in EINFACHER SPRACHE
Mobilität muss für alle möglich sein
Hessen besteht aus Städten, kleinen Gemeinden und Dörfern. Deshalb gibt es unterschiedliche Bedürfnisse und Herausforderungen.
Menschen auf dem Land dürfen nicht vergessen werden. Sie sollen die gleichen Chancen haben wie Menschen in der Stadt.
Das Leben auf dem Land kann sehr schön sein. Ohne gute Verkehrsverbindungen kann es aber schwierig werden, selbstständig am Alltag teilzunehmen.
Wer kein Auto hat, ist dann oft auf andere Menschen angewiesen.
Besonders junge Menschen sind davon betroffen.
Nach der Pflicht-Schulzeit werden Vergünstigungen für junge Menschen teilweise teurer oder fallen weg. Gleichzeitig fahren Busse außerhalb der Schulzeiten oft nur selten.
Viele Jugendliche sehen dann den Führerschein und ein eigenes Auto als einzige Möglichkeit, selbstständig unterwegs zu sein.
Wir wollen das ändern.
Junge Menschen sollen auch ohne Auto:
Freunde treffen können
Sport machen können
Kultur-Angebote besuchen können
sich ehrenamtlich engagieren können
zur Ausbildung oder Arbeit fahren können
Sie sollen nicht immer darauf angewiesen sein, von ihren Eltern gefahren zu werden.
Ein guter Nah-Verkehr ist deshalb eine Frage der Gerechtigkeit zwischen den Generationen. Er hilft außerdem dabei, dass alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Welche Probleme gibt es bisher?
Obwohl es bereits viele Busangebote gibt, funktioniert der Nah-Verkehr auf dem Land oft noch nicht gut genug.
Busse fahren nicht immer regelmäßig
Viele Busfahrpläne richten sich stark nach den Schulzeiten.
Deshalb fahren Busse oft zu verschiedenen Minuten in verschiedenen Stunden ab.
Vor allem am Vormittag und am späten Nachmittag gibt es an manchen Orten zu wenige Verbindungen.
Das ist für Menschen schwierig, die zur Arbeit fahren oder ihre Freizeit gestalten wollen.
Busse fahren oft lange Umwege
Manche Busse fahren durch viele Dörfer, bevor sie ihr Ziel erreichen.
Dadurch dauert die Fahrt oft sehr lange.
Teilweise fahren Busse auch nicht auf dem gleichen Weg zurück. Die Rückfahrt kann deshalb deutlich länger dauern als die Hinfahrt.
Das macht den Bus gegenüber dem Auto weniger attraktiv.
Anschlüsse funktionieren oft nicht gut
Manche Busse fahren nicht direkt zum Bahnhof.
Fahrgäste müssen dann noch zu Fuß gehen oder in einen anderen Bus umsteigen.
Außerdem sind die Abfahrtszeiten nicht immer gut aufeinander abgestimmt. Wenn ein Bus zu spät kommt, kann der Anschlusszug schon abgefahren sein.
Dadurch können Menschen ihre Fahrt nicht zuverlässig planen.
Rufbusse und Sammeltaxis sind oft schwer zu nutzen
In manchen Regionen gibt es Rufbusse oder Anrufsammeltaxis.
Diese Fahrzeuge fahren teilweise nur dann, wenn jemand sie vorher bestellt.
Sie sollen vor allem dann helfen, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind.
Allerdings gibt es dabei Probleme.
Fahrgäste wissen manchmal nicht genau, wann das Fahrzeug kommt. Wenn ein Zug Verspätung hat, wartet das Fahrzeug möglicherweise nicht.
Manchmal fährt es sogar im Fahrplan ab, bevor der Zug angekommen ist.
Solche Probleme machen die Nutzung schwierig.
Junge Menschen steigen oft dauerhaft auf das Auto um
Wenn Jugendliche schlechte Erfahrungen mit Bussen und Bahnen machen, verlieren sie möglicherweise das Vertrauen in den Nah-Verkehr.
Wenn sie später einen Führerschein machen, nutzen sie oft das Auto.
Auch im Erwachsenenalter steigen viele dann nicht mehr auf Bus und Bahn um.
Deshalb ist es wichtig, jungen Menschen früh gute Erfahrungen mit dem Nah-Verkehr zu ermöglichen.
Tickets sind an Landesgrenzen oft kompliziert
In Hessen gibt es verschiedene Verkehrsverbünde. An den Landesgrenzen gelten teilweise andere Ticket-Regeln.
Dadurch kann es schwierig sein, die richtige Fahrkarte zu finden.
Besonders bei einzelnen Fahrten in ein Nachbar-Bundesland kann das ein Problem sein.
Wir wollen, dass Tickets einfacher und verständlicher werden.
Ein Gewinn für Hessen und das Klima
Die Verkehrs-Wende kann nur gelingen, wenn auch Menschen auf dem Land gute Alternativen zum Auto haben.
Wenn Busse und Bahnen zuverlässig, bezahlbar und einfach zu nutzen sind, können mehr Menschen auf das Auto verzichten.
Das kann den Verkehr und die Umwelt entlasten.
Dafür muss nicht jede Verbesserung sehr viel Geld kosten.
Oft helfen schon:
bessere Fahrpläne
sinnvollere Busstrecken
bessere Anschlüsse
verständliche Informationen
günstige Tickets
eine bessere Planung anhand der Bedürfnisse der Menschen
Mit einer Modell-Region kann Hessen testen, welche Lösungen am besten funktionieren.
Die Erfahrungen können später auch anderen Regionen helfen.
Unser Ziel ist ein Hessen, in dem alle Menschen gut und selbstständig unterwegs sein können – unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben.
Hessen soll zeigen, dass ein guter Nah-Verkehr auf dem Land möglich ist. Damit kann Hessen ein Vorbild für ganz Deutschland werden.
Die Version in leichter Sprache wurde von Künstlicher Intelligenz verfasst.